Suchmaschinenoptimierung ist ein weites Feld. Die Basis einer gelungenen Optimierung besteht aus unzähligen kleinen Elementen, über die man gerne mal den Überblick verliert. Diese SEO Checkliste soll dabei helfen, die Übersicht zu bewahren. Sie erhebt zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber wer es schaffen sollte, sie vollständig abzuarbeiten, kann sich sicher sein, sein Webprojekt auf ein stabiles Fundament gestellt zu haben.

Niemand weiß genau, welcher Baustein der SEO Checkliste besonders wichtig und welcher eher unwichtig ist. Fakt ist, dass Untersuchungen von optimierten Webseiten und ihren Rankings ergeben haben, dass die Basics, die diese Checkliste aufzeigt, unabdingbar für den Erfolg sind. Oder anders ausgedrückt: Alle Webseiten, die in den Suchergebnissen ganz weit vorne ranken, tun das nicht, weil sie alle Punkte der SEO Checkliste abgearbeitet haben. Sie tun es, weil sie sehr gute und viele Inhalte bieten und alle Punkte der SEO Checkliste abgearbeitet haben.

Internet

Checkliste für den Bereich OnPage

  • Keyword Recherche
    • Brainstorming
      • Welche (Fach-)Begriffe nutzen Sie innerhalb des Unternehmens?
      • Welche (Fach-)Begriffe nutzen Ihre Kunden/Geschäftspartner etc.?
      • Welche Begriffe nutzt die Allgemeinheit, die Ihre Produkte/Dienstleistungen etc. nicht kennt?
      • Auf welche Keywords optimiert Ihre Konkurrenz?
    • Analyse
      • Google Keyword Planner nutzen für alle Begriffe, die im Brainstorming gesammelt wurden: Suchvolumina und Wettbewerbssituation einschätzen.
      • Google Trends für weitere Ideen konsultieren.
      • Synonyme und verwandte Themenbereiche suchen – weitere Tools können genutzt werden (siehe Artikel: “Keyword Recherche”).
    • Anwendung
      • Jede Unterseite und die Startseite der Webpräsenz auf nur ein einziges Keyword bzw. eine einzelne Keywordkombination optimieren.
  • Meta Tags optimieren
    • Title
      • Keyword in den Title einfügen – am besten gleich an den Anfang setzen.
      • Name der Website oder des Unternehmens an das Ende setzen
      • Jede Seite der Webpräsenz mit einem einzigartigen Title versorgen.
      • Keine Title verwenden, die länger als 65 Zeichen, bzw. größer als 482 Pixel sind.
      • Title vermeiden, die weniger als 30 Zeichen aufweisen, bzw. kleiner als 200 Pixel sind.
      • Möglichst vermeiden, dass Title und H1 identisch sind.
    • Meta description
      • Keyword in die meta description einfügen – am besten gleich an den Anfang setzen.
      • Text insgesamt nach dem “AIDA Prinzip” aufbauen.
      • Jede Seite der Webpräsenz mit einem einzigartigen meta description versorgen.
      • Keine meta description verwenden, die länger als 156 oder kürzer als 70 Zeichen ist.
    • Meta keywords
      • Nur die Keywords verwenden, auf die die entsprechende Seite optimiert werden soll. Die Anzahl von 5 oder 6 Keywords möglichst nicht überschreiten.
      • Einzigartige meta keywords für jede einzelne Seite verwenden.
  • Content optimieren – SEO Checkliste für den Text
    • Textarbeit
      • Schreiben Sie Texte mit ausreichender Länge. Sie können sich an Ihrer Konkurrenzsituation orientieren. Ansonsten gilt im Moment für das deutsche Internet: Je länger der Text ist, umso besser!
      • Achten Sie auf richtige Rechtschreibung und guten Ausdruck. Werden Sie nicht zu kompliziert. Überlegen Sie sich eine gute und das Verständnis erhöhende Textstruktur.
    • Überschriften im Text
      • Verwenden Sie ganz am Beginn eines Textes eine Überschrift, die als „h1“ codiert ist und fügen Sie in diese Ihr Keyword ein. Die Überschrift sollte nicht unbedingt länger als 70 Zeichen sein.
      • Verwenden Sie in einem der folgenden Absätze eine Überschrift, die in „h2“ codiert ist und die vielleicht ein Synonym Ihres Keywords enthält.
      • Verwenden Sie weitere Überschriften, Zwischen-Überschriften und codieren Sie diese hierarchisch mit „h3“ bis „h6“.
    • Strong-Codierung im Text
      • Benutzen Sie die „strong“-Codierung, um Ihr Keyword im Text hervorzuheben.
    • Listen im Text verwenden
      • Lockern Sie Ihre Texte mit Listen auf.
    • Keyworddichte im Text und themenrelevante Wörter
      • Nehmen Sie eine WDF*IDF-Analyse vor und analysieren Sie anhand Ihrer Konkurrenzsituation, wie oft Ihr Keyword/Ihre Keywordkombination in Ihren Texten auftauchen sollten und welche themenverwandten Worte/Wortkombinationen Sie noch verwenden sollten, um Suchmaschinen zu signalisieren, dass Sie relevanten Content verfasst haben.
      • Erwähnen Sie Ihr Keyword möglichst im ersten Absatz.
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Grafik von KTB

  • Content optimieren – SEO Checkliste für multimediale Inhalte
    • Bilder einbinden
      • Verwenden Sie Bilder. Achten Sie darauf, dass diese nicht zu groß sind, so dass Sie der Gefahr entgehen, dass die Ladezeiten Ihrer Seiten zu lang werden.
      • Benutzen Sie als URL, die auf die Bildquelle verweist, verständliche Worte, keine reinen Zahlen- und Zeichenkombinationen.
      • Vergeben Sie ein Alt-Attribut.
      • Vergeben Sie einen Titel.
      • Wenn Sie über die Bildersuche gefunden werden möchten: Reichen Sie bei Google Webmaster-Tool eine Sitemap für Bilder ein.
    • Videos, Podcasts und und und
      • Bereichern Sie Ihre Seiten wenn möglich mit multimedialen Inhalten! Hier gilt der Grundsatz: Viel hilft viel. Natürlich müssen alle Inhalte auch für menschliche Nutzer einen Sinn machen.
      • Sie sollten Bilder und andere Medien jeweils nur ein einziges Mal verwenden.
  • Checkliste strukturelle/konzeptionelle Aspekte
    • Navigation / Menü
      • Erstellen Sie eine übersichtliche Navigation und ein klar verständliches Menü.
      • Verschachteln Sie Ihren Internetauftritt nicht so sehr. Vermeiden Sie Menüebenen, die weiter als 2 oder 3 Levels von der Startseite entfernt sind.
      • Richten Sie eine Breadcrump-Navigation ein, wenn Sie Untermenüs verwenden.
    • Seitenaufbau / Layout
      • Nutzen Sie einen übersichtlichen und möglichst einheitlichen Seitenaufbau. Haben Sie immer Ihre Texte links und Ihre Bilder rechts? Dann behalten Sie das auf allen Unterseiten so bei.
    • Interne Verlinkung
      • Verlinken Sie Ihre Unterseiten sinnvoll. Nutzen Sie nicht nur interne Links, die aus dem Menü oder aus dem Footer heraus verlinken (aber auch!), sondern bauen Sie Links in den Content selbst ein.
      • Verlinken Sie nicht alle Unterseiten wild miteinander, sondern bilden Sie sinnvolle Themen-Cluster. Das Prinzip nennt man auch Silo Linking.
      • Verlinken Sie besonders viel auf die Seiten, die Sie stärken möchten.
      • Benutzen Sie einen aussagekräftigen Ankertext, wenn Sie auf eine bestimmte Seite verlinken. Der Ankertext sollte das Keyword in Variationen enthalten, auf das die zu verlinkende Seite optimiert ist.
      • Geben Sie jedem Link einen Titel.
      • Benutzen Sie keine Javascript Links sondern Links mit dem bekannten Format .
      • Übertreiben Sie es nicht! Verlinken Sie aus dem Content heraus nur einige Male – sinnvoll eben.
      • Links nach Außen: Verlinken Sie interessante Quellen und was Sie mögen. Achten Sie aber darauf, dass die Links nicht irgendwann zu Seiten führen, die nicht mehr existieren. Wenn Sie auf eine Seite verlinken wollen, um sie als negatives Beispiel zu zeigen und eben, weil Sie sie nicht mögen, statten Sie den Link mit einem NoFollow-Attribut aus. Schaffen Sie sich keine “bad neighbourhood”!
    • URL’s
      • Jede Seite sollte exakt nur unter einer einzigen URL aufrufbar sein.
      • Verwenden Sie “sprechende” URL’s und vermeiden Sie Zahlen- und Zeichenkombinationen.
      • Verwenden Sie innerhalb längerer Phrasen in der URL nur Bindestriche, keine Unterstriche.
      • Verwenden Sie Ihr Keyword bzw. Ihre Keywordkombination in der URL.
      • Vermeiden Sie zu lange URL’s. Wenn Ihre Website nur wenige Levels aufweist, haben Sie automatisch kürzere URL’s. Kürzen Sie ansonsten, wo es geht.
      • Richten Sie eine 404-Seite ein für Aufrufe von Unterseiten, die nicht (mehr) existieren.
      • Richten Sie Canonical-Tags ein, wenn Sie aus irgendwelchen Gründen Seiten mit doppeltem Inhalt haben. Oder sperren Sie mit NoIndex Seiten, die doppelt sind, um das Original zu schützen.
      • Richten Sie eine 301-Weiterleitung auf eine neue URL ein, wenn Sie eine alte URL umbenennen – vor allem, wenn die alte URL schon Rankings besaß.
    • Werbung
      • Suchmaschinen mögen keine Werbung. Bei Verwendung von übermäßiger Werbung wird Ihre Seite abgewertet. Am negativsten fällt Werbung in Form von PopUps auf.

  • Checkliste Technische Attribute
    • Ladezeiten
      • Achten Sie auf den Pagespeed Ihrer Website. Eine kurze Ladezeit ist ein wichtiger Rankingfaktor für Google.
    • Valides HTML (W3C Check)
      • Achten Sie darauf, mit Ihrer HTML-Programmierung auf dem neuesten Stand zu sein. Entfernen oder ändern Sie Code, der gar nicht mehr oder teilweise nicht mehr funktioniert.
    • Vermeiden Sie überflüssige oder übermäßige Programmierungen
      • Halten Sie Ihren Code schlank. Benutzen Sie nicht zu viele Programmiersprachen. Lassen Sie Flash ruhig ganz weg.
      • Vermeiden Sie die Verwendung von Frames.
      • Wichtige Inhalte dürfen nicht in Programmierungen wie Flash, AJAX oder Javascript “versteckt” werden.
    • Trennen Sie Layout und Inhalt
      • Legen Sie externe CSS- oder js.-Dateien an. Benutzen Sie kein Inline CSS.
    • Sichtbarkeit / Indexierung
      • Reichen Sie bei Google Webmaster Tool eine Sitemap ein oder registrieren Sie Ihre Website wenigstens bei Google und Bing (Ausführliche Informationen dazu in dem Artikel “Suchmaschineneintrag kostenlos”)
      • Achten Sie darauf, dass keine Ihrer Webseiten mit dem Attribut NoIndex oder NoFollow für Suchmaschinen blockiert sind.
      • Suchmaschinen dürfen nicht durch die robots.txt-Datei ausgeschlossen werden (sondern maximal einzelne Verzeichnisse).
    • Website-Sicherheit gewährleisten/verbessern
      • Regelmäßige Software-Updates bei Content Management Systemen
      • Sichere Server-Einstellungen
      • Sichere Passwörter für den Adminbereich/FTP
      • Ggf. TSL/SSL-Verschlüsselung (Website Sicherheit ist ein Ranking-Faktor)
      • Regelmäßige Backups anlegen (manuell oder automatisiert)

Checkliste für den Bereich OffPage

  • Domain
    • Nutzen Sie TopLevelDomains, die auf .de, .com, .net oder .org enden
    • Hosten Sie bei einem Server, der Ihnen gute Ladezeiten bei hohem Trafficaufkommen garantieren kann. Versuchen Sie nicht einfach, das günstigste Angebot abzufassen!
    • Hosten Sie in Ihrem Heimatland.
    • Haben Sie die Wahl zwischen einer schon länger existierenden Domain und einer ganz neuen? Wählen Sie die alte!
  • SEO Checkliste Backlink-Aufbau
    • Quellen
      • Versuchen Sie Links von Seiten zu bekommen, die verwandte Themen behandeln.
      • Vermeiden Sie Links von sogenannten Linkfarmen, also von Webkatalogen und Verzeichnissen, die Internetbesuchern keinen Mehrwert bieten.
      • Vermeiden Sie Links von unseriösen Internetseiten.
      • Vermeiden Sie Links von Netzwerken.
      • Sollte Sie Links von ungünstigen Quellen besitzen, reichen Sie bei Google mittels Disavow Tool eine Liste der Links ein, die Sie gerne abwerten möchten.
    • Ankertexte
      • Falls Sie das Glück haben, Einfluss auf die Ankertexte Ihrer Backlinks nehmen zu können: Lassen Sie diese abwechslungsreich gestalten. Lassen Sie nicht zu Keyword-lastig auf sich verlinken, aber natürlich sollte ab und zu mal ein Keyword dabei sein. Lockern Sie Ankertexte auf, indem Sie mit längeren Textabschnitten auf sich verlinken lassen. Lassen Sie Ihre URL und Ihren Unternehmensnamen (“Brand”) als Ankertext benutzen. Lassen Sie sich als Quelle nennen und verlinken.
    • Attribute
      • Die Backlinks, die wirklich zählen, sind solche, die nicht mit einem NoFollow-Attribut versehen sind. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass ein gewisses Maß an NoFollow-Links dazu beiträgt, Ihre Linkstruktur insgesamt “natürlicher” aussehen zu lassen. Für Google ein Zeichen dafür, dass nicht manipuliert wurde. Manipulationen führen hingegen bei Entdeckung unweigerlich zu einer Abstrafung durch Google, so dass Ihre Seite hernach vielleicht gar nicht mehr in den Suchergebnissen auftaucht.
  • SEO Checkliste Social-Media-Aktivitäten
    • Brainstorming
      • Überlegen Sie, welcher Kanal für Ihr Unternehmen der richtige ist: Haben Sie tagtäglich Neuigkeiten, die Sie per Twitter verbreiten können? Sind Ihre Kunden oder Geschäftspartner eher auf Google Plus oder auf Facebook unterwegs? Haben Sie jemanden an der Hand (und die nötigen Ressourcen), um einen Corporate Blog zu starten?
    • Entscheidung fällen – am Ball bleiben
      • Für jeden Kanal in der Social Media Landschaft gibt es jeweils eigene Dinge, die man abarbeiten und beachten muss. Um die alle im Blick zu behalten, würden Sie viele weitere Checklisten benötigen. Deswegen an dieser Stelle nur ein allgemeiner Rat. Beachten Sie bei allem, was Sie beginnen: Bleiben Sie am Ball! Bespielen Sie den Kanal, den Sie für Ihr Unternehmen ausgesucht haben, regelmäßig mit guten und einzigartigen Inhalten.
      • Eine Übersicht zu Google Plus finden Sie in diesem Artikel zum Thema “Regionale Suchmaschinenoptimierung”.

Monitoring

  • Checkliste für den Bereich Monitoring
    • Google Analytics
      • Überprüfen Sie die Entwicklung Ihres Traffics. Woher kommen die Besucher? was machen Die Besucher auf der Seite? und und und…
      • Überprüfen Sie Ihre Conversion Rate.
      • Überprüfen Sie Ihren “Funnel”.
      • Nutzen Sie dazu vielleicht noch das Tool von PadiTrack, da die Daten von Googe Analytics nicht ganz korrekt sind.
      • Überprüfen Sie, wieviele Besucher über die organische Suche zu Ihnen kommen – diese Besucher kommen tatsächlich auf Grund Ihrer SEO Onpage Maßnahmen.
    • Google Webmaster Tool
      • Überprüfen Sie Ihre Webseite auf manuelle Maßnahmen.
      • Überprüfen Sie den Stand der Indexierung Ihrer Webseite.
      • Überprüfen Sie Crawlingfehler.
      • Überprüfen Sie wie die Besucher auf Ihre Seite gelangen und was sie dort tun.
    • Xovi, Sistrix, Searchmetics & Co.
      • Überprüfen Sie Ihre Rankings.
      • Überprüfen Sie, wie sich Ihre diversen Keywords und Keywordkombinationen im Ranking entwickeln.
      • Checken Sie von Zeit zu Zeit den Wettbewerb.

Diese letzte SEO Checkliste ist in einem noch viel größeren Maße unvollständig als die anderen Checklisten. Jeder Webseitenbetreiber verfolgt andere Ziele und wird deswegen andere Dinge ins Monitoring nehmen. Wichtig ist, dass Sie überhaupt monitoren. Nur so können Sie positive Entwicklungen verstärken und negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegen wirken.

Linus Block